Schüler mit Schulkleidung
lernen besser

Bewiesen! Schüler mit Schulkleidung lernen besser
Studie: Psychologen der Universität in Gießen verglichen zwei Hamburger Einrichtungen.

Von Geneviève Wood

Schüler, die eine einheitliche Kleidung tragen, lernen besser, sind rücksichtsvoller und können sich besser konzentrieren. So wie die Jungen und Mädchen an der Schule Sinstorf. Zu diesem Ergebnis kommen Psychologen der Universität Gießen. Sie haben an den Schulen Sinstorf und Hanhoopsfeld Wilstorf (Harburg) eine deutschlandweit bislang einmalige Studie erarbeitet.

Sind Schuluniformen gut oder schlecht? "Darüber wird viel diskutiert, ohne daß Fakten und Erfahrungen vorliegen", sagt Diplompsychologe Oliver Dickhäuser (33) von der Uni Gießen. "Das wollten wir ändern." Dickhäuser hat 84 Jungen und Mädchen von der Schule Sinstorf, in der seit 2000 eine einheitliche Schulkleidung getragen wird, und 87 Schüler der Schule Hanhoopsfeld (freie Kleiderwahl) befragt.

"In den höheren Klassen ging Schulkleidung mit einem besseren Sozialklima in den Klassen und einem höheren Sicherheitsgefühl einher", sagt Dickhäuser. Die Schüler beider Gruppen waren zwischen zehn und 15 Jahren alt und gingen in die fünfte, siebte oder achte Klasse. Der Zusammenhalt unter Schülern mit Uniform sei besser. "Und Schüler, die eine einheitliche Kleidung tragen, legen mehr Wert auf Unterrichtsinhalte, sie passen besser auf und messen dem Lernen einen größeren Stellenwert bei", so der Psychologe. Kleidung werde da immer unwichtiger. Streitereien oder Prügeleien werden weniger, wenn alle Kinder gleich angezogen seien. Das gelte vor allem für die Älteren.

Die Studie der Fachleute deckt sich mit den Erfahrungen von Lehrern und Schülern. Annika Cohrs (15) aus der achten Klasse findet ihre Einheitskleidung gut. "Das Klima innerhalb der Klasse ist viel besser", sagt sie. Auch das Mobbing sei weniger geworden. Annika war aber nicht von Anfang an von Schulkleidung überzeugt. "Zu Beginn habe ich meiner Mutter gesagt, daß ich das nicht anziehe. Nach einem Monat habe ich mich daran gewöhnt." An anderen Schulen ohne Einheitskleidung "staffieren viele Mütter ihre Mädchen wie Püppchen aus", sagt Annika. Ihre Lehrerin, Karin Brose, hatte sich für die Schulkleidung stark gemacht. Wichtig sei ein gesamtpädagogisches Konzept. "Es funktioniert auch nur, wenn die Kleidung jeden Tag getragen wird und nicht nur sporadisch." Ob eine Klasse Einheitshosen und -Sweatshirts trägt, entscheidet die Mehrheit der Eltern.

Bislang gibt es die Einheitskleidung in Hamburg nur in Sinstorf und an der Ganztagsschule St. Pauli. Thomas John, Sprecher der Bildungsbehörde: "Das kann nicht von oben bestimmt werden, aber wir unterstützen den Gedanken der Schulkleidung."

erschienen am 23. Februar 2005 in Hamburg

 

 

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